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Plastikflaschen · Mikroplastik

Mikroplastik im Flaschenwasser: Was gefunden wurde und was es bedeutet

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Studien finden in Flaschenwasser deutlich mehr Plastikpartikel als in Leitungswasser. Woher sie kommen, was über die Wirkung bekannt ist und wie du deine Aufnahme senkst.

Kurz gesagt

  • Flaschenwasser enthält im Schnitt etwa 20-mal mehr Plastikpartikel als Leitungswasser.
  • Quellen: Flasche, Verschluss, Abfüllung, bei Glas vor allem der Deckel.
  • Gesundheitliche Folgen sind nicht belegt, aber auch nicht ausgeschlossen; die Forschung läuft.
  • Leitungswasser, Glas, Edelstahl und ein Osmosefilter senken die Aufnahme deutlich.

Was gefunden wurde

Seit 2018 untersuchen Labore Flaschenwasser auf Mikroplastik, also Partikel unter 5 Millimetern. Eine Studie an Wasser aus neun Ländern fand im Schnitt rund 300 Partikel pro Liter, davon die meisten unter 100 Mikrometern. Eine Untersuchung mit neuer Messtechnik zählte 2024 sogar rund 240.000 Partikel pro Liter, davon 90 Prozent Nanoplastik unter einem Mikrometer. Zum Vergleich: In Leitungswasser fanden die gleichen Methoden im Schnitt einen Bruchteil, in deutschen Untersuchungen oft unter 10 Partikel pro Liter.

Woher die Partikel kommen

  • Die Flasche selbst: PET gibt beim Abfüllen, Lagern und vor allem bei Wärme und Druck Partikel ab. Sprudelwasser in PET enthält mehr als stilles.
  • Der Verschluss: Beim Auf- und Zudrehen reibt Kunststoff ab. Das erklärt, warum auch Wasser in Glasflaschen Partikel enthält, meist aus dem Deckel.
  • Die Abfüllung: Filter, Schläuche und Dichtungen der Anlagen.
  • Die Quelle: Bei manchen Wässern schon im Rohwasser, in geringer Menge.

Was es für den Körper bedeutet

Ehrlich gesagt: Das weiß niemand genau. Größere Partikel werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Nanoplastik kann die Darmwand passieren und wurde in Blut, Plazenta, Lunge und Gehirn nachgewiesen. Ob und wie es dort schadet, ist Gegenstand laufender Forschung. Verdächtigt werden Entzündungsreaktionen und die Wirkung von Zusatzstoffen wie Weichmachern, die an den Partikeln hängen. Bisher gibt es keinen Grenzwert und keinen Nachweis einer Erkrankung durch Mikroplastik aus Trinkwasser. Es gibt aber auch keinen Grund, mehr davon aufzunehmen als nötig.

Wie du die Aufnahme senkst

  1. Leitungswasser trinken: Die einfachste und wirksamste Maßnahme, weil die Partikelzahl dort um Größenordnungen niedriger ist. Voraussetzung sind einwandfreie Leitungen im Haus, siehe Leitungswasser.
  2. Glas und Edelstahl statt PET: Für unterwegs und für den Sprudler. Auch die Deckel nach Möglichkeit aus Metall.
  3. Keine PET-Flaschen in der Sonne oder im Auto: Hitze vervielfacht die Abgabe.
  4. Nicht aus Plastikflaschen sprudeln, wenn Glas möglich ist.
  5. Filtern: Umkehrosmose hält Partikel bis in den Nanobereich zurück, gute Aktivkohleblock- und Hohlfaserfilter die größeren. Tischkannen nur die groben. Details im Beitrag Wasser aufbereiten.

Und der Rest des Alltags?

Über Wasser nimmt der Mensch nur einen Teil seines Mikroplastiks auf. Mehr kommt aus der Luft (Textilfasern, Reifenabrieb), aus Meeresfrüchten, Salz, Bier und aus Lebensmitteln in Plastikverpackung, vor allem wenn sie darin erhitzt werden. Wer beim Wasser anfängt, hat den leichtesten Hebel bewegt.

Häufige Fragen

Ist Wasser in Glasflaschen mikroplastikfrei?

Nicht ganz, wegen Abfüllanlage und Deckel. Aber deutlich ärmer als PET, und ohne Zunahme bei Wärme und Lagerung.

Kann ich Mikroplastik aus dem Wasser herausfiltern?

Umkehrosmose ja, praktisch vollständig. Aktivkohleblock und Hohlfaser die Partikel über 0,1 bis 1 Mikrometer. Tischkannen kaum.