Aquaviana

Ratgeber · Aufbereitung

Wasser zu Hause aufbereiten: Filter im Überblick

7 Minuten Lesezeit·

Aktivkohle, Tischfilter, Untertischfilter, Umkehrosmose, UV: Was jede Methode kann, was sie nicht kann und für welches Wasser sie sinnvoll ist.

Kurz gesagt

  • Aktivkohle verbessert Geschmack und Geruch, hält Chlor und viele organische Stoffe zurück.
  • Ionentauscher enthärten, ändern aber sonst wenig.
  • Umkehrosmose entfernt fast alles, auch Nitrat, Blei und Medikamentenreste.
  • UV-Lampen töten Keime, filtern aber nichts heraus.

Brauchst du überhaupt einen Filter?

Leitungswasser in Deutschland ist am Wasserhahn des Hauses in aller Regel einwandfrei. Die drei Gründe, trotzdem zu filtern: Du magst den Geschmack nicht (Chlor, Kalk, Metall), dein Haus hat alte Leitungen aus Blei oder Kupfer, oder du willst für Kaffee, Tee, Aquarium oder Babynahrung besonders weiches oder reines Wasser. Welcher Grund zutrifft, entscheidet über die Methode.

Aktivkohle: der Geschmacksfilter

Aktivkohle bindet Chlor, Ozon, viele Pestizide, Lösungsmittel und Geruchsstoffe. Sie sitzt in fast jedem Tischfilter und in vielen Untertischfiltern. Kalk, Nitrat und Metallionen lässt sie weitgehend durch. Wichtig ist der regelmäßige Wechsel: Eine erschöpfte Kartusche gibt gebundene Stoffe wieder ab und wird zur Keimquelle.

Tischfilter mit Ionentauscher

Die bekannten Kannen kombinieren Aktivkohle mit einem Ionentauscher, der Calcium und Magnesium gegen Natrium oder Wasserstoff tauscht. Das Wasser wird weicher, Kalkränder in Wasserkocher und Kaffeemaschine werden weniger. Die Mineralien fehlen dann allerdings im Glas, und die Kanne muss kühl stehen und alle vier Wochen eine neue Kartusche bekommen.

Untertischfilter

Im Küchenschrank montiert, mit eigener Armatur oder Drei-Wege-Hahn. Es gibt sie als reine Aktivkohleblöcke, als Keramik- oder Hohlfaserfilter gegen Keime und Partikel und als Kombination. Sie liefern schnell fließendes Wasser ohne Wartezeit und sind für Familien meist praktischer als eine Kanne.

Umkehrosmose

Die gründlichste Methode: Eine Membran lässt praktisch nur Wassermoleküle durch. Nitrat, Blei, Kupfer, Uran, Pestizide, Medikamentenreste, Mikroplastik und Kalk bleiben zu 90 bis 99 Prozent zurück. Der Preis: Das Wasser ist danach fast mineralfrei und schmeckt „leer", und je nach Anlage fließen ein bis drei Liter Abwasser pro Liter Reinwasser. Alles Weitere im Kapitel Osmoseanlagen.

UV-Desinfektion

Eine UV-Lampe zerstört das Erbgut von Bakterien und Viren. Sie filtert nichts heraus, sondern macht Keime unschädlich. Sinnvoll bei eigenem Brunnen, Regenwasser oder auf Reisen, in Deutschland am Stadtwasser überflüssig.

Welche Methode für welches Problem

ProblemSinnvollNicht sinnvoll
ChlorgeschmackAktivkohleUV, Ionentauscher
Kalk in GerätenIonentauscher, OsmoseAktivkohle allein, UV
Alte BleileitungenOsmose, zertifizierter Blei-FilterTischkanne ohne Nachweis
Nitrat aus BrunnenOsmose, AnionentauscherAktivkohle, UV
Keime im BrunnenUV, Hohlfaser, AbkochenAktivkohle allein

Häufige Fragen

Muss ich gefiltertes Wasser schnell verbrauchen?

Ja. Gefiltertes Wasser hat kein Chlor mehr und ist bei Zimmertemperatur nach einem Tag nicht mehr frisch. Kannen in den Kühlschrank, Untertischfilter täglich nutzen.

Entfernt ein Tischfilter Mikroplastik?

Teilweise. Grobe Partikel bleiben im Vlies hängen, sehr feine Partikel nicht. Zuverlässig ist nur Umkehrosmose.