Basisches Wasser soll den Körper „entsäuern". Was der pH-Wert im Wasser wirklich bedeutet, was der Magen damit macht und warum die Trinkwasserverordnung 6,5 bis 9,5 erlaubt.
Kurz gesagt
- Leitungswasser liegt meist bei pH 7 bis 8,5, erlaubt sind 6,5 bis 9,5.
- Der Magen hat pH 1,5 bis 2. Jedes Wasser wird dort sofort sauer.
- Der Blut-pH liegt fest bei 7,35 bis 7,45, Trinken ändert ihn nicht.
- Hydrogencarbonatreiches Wasser kann Sodbrennen lindern, mehr nicht.
Was der pH-Wert misst
Der pH-Wert beschreibt, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist, auf einer Skala von 0 bis 14. Reines Wasser hat 7, Zitronensaft etwa 2, Seife etwa 10. Leitungswasser liegt in Deutschland typischerweise zwischen 7 und 8,5, weil gelöstes Hydrogencarbonat es leicht basisch macht. Die Trinkwasserverordnung erlaubt 6,5 bis 9,5, vor allem, damit die Leitungen nicht korrodieren. Für den Körper spielt der Bereich keine Rolle.
Was der Magen damit macht
Der Magen arbeitet mit Salzsäure bei pH 1,5 bis 2. Jedes Getränk, egal ob pH 6 oder pH 9,5, wird dort innerhalb von Minuten auf diesen Wert gebracht. Der Körper stellt die Säure nach, so viel er braucht. „Basisches Wasser" kommt also gar nicht als basisches Wasser im Darm an. Ein Effekt ist trotzdem möglich: Wasser mit viel Hydrogencarbonat puffert Magensäure kurz ab, was bei Sodbrennen angenehm ist. Das ist eine Frage der Mineralien, nicht des pH-Werts.
Kann man den Körper „entsäuern"?
Das Blut hält seinen pH-Wert in einem sehr engen Fenster von 7,35 bis 7,45. Lunge und Nieren regeln das jede Sekunde nach. Abweichungen sind lebensbedrohliche Notfälle, nicht Ernährungszustände. Was sich durch Ernährung ändern lässt, ist der pH-Wert des Urins, weil die Nieren überschüssige Säure oder Base ausscheiden. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Regelung funktioniert, nicht dafür, dass der Körper „übersäuert" war.
Was von basischem Wasser bleibt
- Es schadet nicht, wenn es aus einer natürlichen Quelle kommt und normal mineralisiert ist.
- Ionisierer, die Leitungswasser mit Strom basisch machen, erzeugen Wasser, das nach Minuten wieder neutral wird und Geld kostet.
- Studien zu Vorteilen sind klein, kurz und meist von Herstellern bezahlt.
- Wer sich basisch ernähren möchte, tut das mit Gemüse, Obst und Kartoffeln viel wirksamer als mit Wasser.
Wann der pH-Wert doch wichtig ist
Für Aquarien, Pflanzen, Bierbrauer und Kaffeeliebhaber. Sehr weiches Wasser mit niedrigem pH kann Kupferleitungen angreifen, sehr hartes mit hohem pH verkalkt schneller. Wer den Wert wissen will, misst ihn mit einem Teststreifen, siehe Wassertest zu Hause. Was die anderen Trends taugen, steht im Beitrag Wasser-Trends im Check.
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Härte-Umrechner°dH, °fH, °e, mmol/l und ppm ineinander umrechnen, Härtebereich und Entkalkungsrhythmus ablesen.Häufige Fragen
Ist saures Wasser mit pH 6 schädlich?
Nein. Orangensaft hat pH 3,5, Kaffee 5. Leicht saures Wasser ist nur für Leitungen ein Thema, nicht für Menschen.
Warum schmeckt Wasser mit hohem pH weich?
Nicht wegen des pH-Werts, sondern wegen des Hydrogencarbonats, das ihn verursacht. Es rundet den Geschmack ab.
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