Welche Mineralien im Wasser stecken, wie viel davon der Körper wirklich nutzt und ob Leitungswasser, Mineralwasser oder Osmosewasser in dieser Frage besser ist.
Kurz gesagt
- Calcium und Magnesium aus Wasser nimmt der Körper gut auf, ähnlich wie aus Milch.
- Der Beitrag von Wasser zur Mineralversorgung liegt bei den meisten Menschen unter zehn Prozent.
- Hartes Leitungswasser kann pro Liter 100 mg Calcium und 20 mg Magnesium liefern.
- Osmosewasser ist fast mineralfrei, das ist unproblematisch, wenn die Ernährung stimmt.
Was im Wasser gelöst ist
Wasser löst auf seinem Weg durch Gestein Mineralien: Calcium und Magnesium aus Kalk und Dolomit, Natrium und Chlorid aus Salzschichten, Hydrogencarbonat aus Karbonatgestein, Sulfat aus Gips, dazu Spuren von Kalium, Fluorid, Silicium und Eisen. Die Mischung macht den Geschmack und die Härte. Ein Liter hartes Leitungswasser aus Norddeutschland kann 100 bis 120 Milligramm Calcium enthalten, ein weiches Talsperrenwasser aus dem Erzgebirge nur 10 bis 20.
Nimmt der Körper Mineralien aus Wasser auf?
Ja, und zwar gut. Calcium aus Wasser wird ähnlich gut verwertet wie Calcium aus Milch, Magnesium aus Wasser sogar besser als aus vielen Tabletten, weil es gelöst und ohne Begleitstoffe vorliegt. Die Frage ist nur, wie viel: Ein Liter calciumreiches Mineralwasser mit 400 mg deckt die Hälfte des Tagesbedarfs, ein Liter Osmosewasser praktisch nichts. Bei durchschnittlicher Ernährung liefert Wasser weniger als zehn Prozent der Mineralien, bei bewusst gewähltem Mineralwasser bis zu einem Drittel.
Die wichtigsten im Überblick
| Mineral | Tagesbedarf | Typisch im Leitungswasser | Viel im Mineralwasser ab |
|---|---|---|---|
| Calcium | 1.000 mg | 20 bis 120 mg/l | 150 mg/l |
| Magnesium | 300 bis 350 mg | 5 bis 30 mg/l | 50 mg/l |
| Natrium | 1.500 mg (Bedarf), oft 3.000+ (Aufnahme) | 5 bis 40 mg/l | 200 mg/l |
| Kalium | 4.000 mg | 1 bis 5 mg/l | selten relevant |
| Hydrogencarbonat | kein Bedarf, puffert | 100 bis 300 mg/l | 600 mg/l |
| Fluorid | 3 bis 4 mg | 0,1 bis 0,3 mg/l | 1 mg/l |
Leitungswasser, Mineralwasser, Osmosewasser
Leitungswasser hat je nach Region eine mittlere bis hohe Mineralisierung, meist vor allem Calcium. Mineralwasser reicht von sehr leicht bis sehr kräftig, das Etikett verrät es, siehe Etikett lesen. Osmosewasser ist fast leer. Das ist kein Gesundheitsproblem, solange du normal isst, es schmeckt nur flach. Wer möchte, remineralisiert es, mehr dazu im Beitrag Osmosewasser und Mineralien.
Wann Mineralwasser wirklich hilft
Bei viel Sport und Hitze (Natrium und Magnesium), bei Laktoseintoleranz oder veganer Ernährung (Calcium), bei Wadenkrämpfen (Magnesium) und bei Sodbrennen (Hydrogencarbonat). In allen anderen Fällen ist die Wahl zwischen Leitung und Flasche eine Frage von Geschmack, Preis und Plastik, nicht von Gesundheit.
Zum Ausprobieren
Härte-Umrechner°dH, °fH, °e, mmol/l und ppm ineinander umrechnen, Härtebereich und Entkalkungsrhythmus ablesen.Häufige Fragen
Ist destilliertes oder Osmosewasser gefährlich, weil es Mineralien „entzieht"?
Nein. Dieser Mythos stammt aus Versuchen mit reinem Wasser über Wochen ohne Nahrung. Wer isst, verliert keine Mineralien durch mineralarmes Wasser. Nur als einzige Flüssigkeit über sehr lange Zeit wäre es ungünstig.
Reicht Wasser, um Magnesiummangel zu beheben?
Ein Liter magnesiumreiches Wasser mit 100 mg/l deckt ein knappes Drittel des Bedarfs. Als Baustein ja, als alleinige Quelle nicht.
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