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Wassertest zu Hause: Teststreifen, TDS-Messgerät oder Labor?

6 Minuten Lesezeit·

Drei Wege, dein Wasser zu prüfen: Teststreifen für 10 Euro, ein TDS-Messgerät für 15 und ein Labortest ab 30. Was jede Methode zeigt, wo sie täuscht und wann welche sinnvoll ist.

Kurz gesagt

  • Teststreifen: Härte, pH, Nitrat, Chlor grob in Farbstufen, für einen ersten Eindruck.
  • TDS-Messgerät: Summe gelöster Stoffe, sagt nichts über Schadstoffe, gut zur Filterkontrolle.
  • Labor: einzige Methode für Blei, Kupfer, Keime, Pestizide, ab 30 bis 150 Euro.
  • Probe richtig nehmen: Stagnationsprobe morgens und Probe nach zwei Minuten Laufen.

Teststreifen

Streifen mit Farbfeldern, die du kurz ins Wasser tauchst und mit einer Skala vergleichst. Typische Felder: Gesamthärte, Carbonathärte, pH, Nitrat, Nitrit, Chlor, manchmal Eisen und Kupfer. Sie kosten 8 bis 20 Euro für 50 bis 100 Streifen. Vorteil: sofortiges Ergebnis, ideal für Härte und pH. Nachteil: grobe Stufen (Nitrat zum Beispiel 0, 10, 25, 50, 100 mg/l), Farbvergleich mit dem Auge, keine Schwermetalle, keine Keime. Gut, um Wasserhärte für Waschmaschine und Kaffee zu bestimmen und um im Brunnen Nitrat grob einzuschätzen.

TDS-Messgerät

Ein Stift mit zwei Elektroden, der die elektrische Leitfähigkeit misst und sie in „Total Dissolved Solids" in ppm (mg/l) umrechnet. Kostet 10 bis 25 Euro. Leitungswasser zeigt 150 bis 600, Osmosewasser 5 bis 30, Mineralwasser 50 bis 2.000. Das Gerät ist perfekt, um zu prüfen, ob eine Osmosemembran noch arbeitet, und um Wasser grob einzuordnen. Es kann aber nicht zwischen gesundem Calcium und giftigem Blei unterscheiden: Beides ist Leitfähigkeit. Ein niedriger TDS-Wert bedeutet nicht sauber, ein hoher nicht schmutzig. Was der Wert wirklich sagt, erklärt der Beitrag TDS-Wert verstehen.

Labortest

Du bestellst ein Set, füllst die Probefläschchen nach Anleitung und schickst sie ein. Nach ein bis zwei Wochen kommt ein Bericht mit Messwerten und Grenzwertvergleich. Preise: Schwermetalle (Blei, Kupfer, Nickel, Zink) ab 30 bis 60 Euro, mikrobiologisch (E. coli, Enterokokken, Legionellen) ab 40 bis 80, Komplettpaket mit Nitrat, Pestiziden und Mineralien 100 bis 200. Nur so bekommst du belastbare Zahlen für Blei aus alten Leitungen, Keime im Brunnen oder Pestizide. Achte auf ein akkreditiertes Labor.

Die Probe richtig nehmen

  1. Stagnationsprobe: morgens, bevor irgendwo im Haus Wasser lief, direkt den ersten Strahl auffangen. Zeigt, was Leitungen und Armaturen über Nacht abgegeben haben.
  2. Zufallsprobe: nach zwei Minuten Laufen. Zeigt das Wasser, wie es vom Versorger kommt.
  3. Keinen Perlator, keinen Filter, kein Warmwasser. Fläschchen nicht innen anfassen, sofort verschließen, kühl lagern, schnell einschicken.

Unterscheiden sich beide Proben stark, liegt das Problem im Haus, siehe Alte Leitungen.

Welche Methode wann

FrageMethode
Wie hart ist mein Wasser?Teststreifen oder Versorger
Arbeitet meine Osmoseanlage?TDS-Messgerät
Altbau, Blei oder Kupfer?Labor, Schwermetalle
Eigener BrunnenLabor, Keime plus Nitrat, jährlich
Wasser schmeckt komischErst Versorger fragen, dann Labor
BabynahrungLabor, Blei, Nitrat, Uran

Wer erst einmal wissen will, ob überhaupt ein Test nötig ist, macht den Trinkwasser-Check: acht Fragen, eine Einschätzung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Analyse beim Gesundheitsamt?

Gesundheitsämter testen nicht für Privatleute, sie nennen dir aber akkreditierte Labore und geben bei Verdacht auf Blei Auskunft über das Haus.

Wie oft sollte ich testen?

Stadtwasser: nur bei Verdacht oder alten Leitungen, dann einmal. Brunnen: jährlich Keime und Nitrat, alle drei Jahre das große Paket.