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Leitungswasser · Vergleich

Leitungswasser vs. Mineralwasser: Der ehrliche Vergleich

5 Minuten Lesezeit·

Kontrolle, Mineralien, Preis, Geschmack, Umwelt: Fünf Runden zwischen Hahn und Flasche, mit klarem Ergebnis und den zwei Fällen, in denen die Flasche gewinnt.

Kurz gesagt

  • Kontrolle: Leitungswasser wird häufiger geprüft und hat strengere Grenzwerte.
  • Mineralien: Mineralwasser kann mehr liefern, muss aber nicht; viele Leitungswässer sind mineralreicher als billige Flaschen.
  • Preis und Umwelt: Leitung gewinnt mit Faktor 100 bis 1.000.
  • Die Flasche gewinnt bei gezielter Mineralstoffzufuhr und bei Bleileitungen im Haus.

Runde 1: Kontrolle

Leitungswasser fällt unter die Trinkwasserverordnung mit über 50 Grenzwerten und häufigen Prüfungen. Mineralwasser fällt unter die Mineral- und Tafelwasserverordnung, deren Grenzwerte teils lockerer sind, etwa bei Uran (kein Grenzwert, nur Empfehlung), Mangan und Arsen. Prüfungen sind seltener. Punkt für die Leitung.

Runde 2: Mineralien

Mineralwasser darf sich so nennen, wenn es aus einer geschützten unterirdischen Quelle stammt und amtlich anerkannt ist. Ein Mindestgehalt an Mineralien ist nicht vorgeschrieben. Es gibt Mineralwasser mit 50 mg/l Gesamtmineralisation und Leitungswasser mit 600. Wer gezielt Calcium oder Magnesium will, findet es auf dem Etikett, siehe Etikett lesen. Unentschieden, mit Vorteil Flasche für gezielte Zufuhr.

Runde 3: Preis

Leitungswasser kostet 0,2 bis 0,5 Cent pro Liter. Discounterwasser 19 bis 30 Cent, Markenwasser 50 Cent bis über einen Euro. Bei zwei Litern am Tag sind das im Jahr 3 Euro gegen 150 bis 700 Euro. Klarer Punkt für die Leitung.

Runde 4: Umwelt

Leitungswasser: rund 0,3 Gramm CO2 pro Liter. Flaschenwasser: 100 bis 500 Gramm plus Plastik, Lastwagen, Pfandlogistik. Die Details stehen im Beitrag Ökobilanz. Punkt für die Leitung.

Runde 5: Geschmack

In Blindtests erkennen die meisten Menschen ihr Lieblingswasser nicht. Gekühltes Leitungswasser schneidet oft besser ab als lauwarmes Flaschenwasser. Wer den Chlorton oder die Härte nicht mag, kühlt, lässt stehen oder filtert. Bei Sprudel entscheidet der Sprudler. Unentschieden.

Ergebnis

Drei zu null für die Leitung, zwei Unentschieden. Die Flasche gewinnt in zwei Fällen: Wenn du ein bestimmtes Mineralprofil brauchst (Sport, Schwangerschaft, Calciumbedarf, natriumarm für Babys), und wenn dein Haus alte Leitungen hat, bis diese ersetzt sind. In allen anderen Fällen ist Leitungswasser die bessere, günstigere und sauberere Wahl. Ob deine Leitung in Ordnung ist, klärt der Trinkwasser-Check.

Häufige Fragen

Ist Tafelwasser dasselbe wie Mineralwasser?

Nein. Tafelwasser darf aus Leitungswasser hergestellt werden, dem Mineralien und Kohlensäure zugesetzt sind. Quellwasser stammt aus einer Quelle, muss aber nicht amtlich anerkannt sein.

Ist Leitungswasser in Restaurants kostenlos?

In Deutschland gibt es keinen Anspruch, viele Gastronomen berechnen einen kleinen Betrag oder verweigern es. In Frankreich und Italien ist kostenloses Leitungswasser üblicher.