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Ratgeber · Etikett

Mineralwasser-Etikett lesen: Natrium, Calcium, Hydrogencarbonat

6 Minuten Lesezeit·

Das Etikett verrät mehr als die Werbung: Wie du an den Milligramm erkennst, ob ein Wasser für Sport, Babynahrung, Bluthochdruck oder einfach guten Geschmack taugt.

Kurz gesagt

  • Calcium über 150 mg/l und Magnesium über 50 mg/l dürfen sich „calciumhaltig" und „magnesiumhaltig" nennen.
  • Natriumarm heißt unter 20 mg/l, wichtig bei Bluthochdruck und für Babynahrung.
  • Hydrogencarbonat über 600 mg/l puffert Säure und macht Wasser weich im Geschmack.
  • Sulfat über 200 mg/l wirkt leicht abführend, Chlorid schmeckt salzig.

Was auf dem Etikett stehen muss

Natürliches Mineralwasser muss laut Mineral- und Tafelwasserverordnung die Analyse der wichtigsten Inhaltsstoffe tragen: die Quelle, den Ort, das Datum der Analyse und die gelösten Mineralstoffe in Milligramm pro Liter. Tafelwasser und Quellwasser müssen das nicht. Wer Zahlen sucht, greift also zum Mineralwasser.

Die vier Zahlen, die zählen

  • Natrium: Unter 20 mg/l darf es „natriumarm" heißen und ist für Babynahrung und salzarme Ernährung gedacht. Über 200 mg/l ist es ein Wasser für Sport und Hitze, wo Salz verloren geht.
  • Calcium: Ab 150 mg/l „calciumhaltig". Ein Liter deckt dann ein Fünftel bis ein Viertel des Tagesbedarfs. Gut für alle, die wenig Milchprodukte essen.
  • Magnesium: Ab 50 mg/l „magnesiumhaltig". Ein Liter liefert dann rund 15 Prozent des Tagesbedarfs. Für Sport und Muskeln, und für Menschen mit Krämpfen.
  • Hydrogencarbonat: Ab 600 mg/l darf „hydrogencarbonathaltig" draufstehen. Es puffert Säure, schmeckt weich und rund und macht Wasser bekömmlich, auch bei Sodbrennen.

Die Nebenrollen

Sulfat über 200 mg/l regt die Verdauung an, in großen Mengen abführend. Chlorid gibt einen salzigen Ton, zusammen mit Natrium. Kalium ist meist gering und unwichtig. Fluorid über 1 mg/l ist für Kinder nicht ideal, unter 1,5 mg/l aber erlaubt. Silicium (Kieselsäure) ist ein Trendmineral ohne belegten Nutzen.

Was der Gesamtwert sagt

Die Summe aller gelösten Stoffe, oft als „Gesamtmineralisation" oder Trockenrückstand angegeben, sagt, wie „schwer" das Wasser schmeckt. Unter 500 mg/l ist es leicht und neutral, über 1.500 mg/l kräftig, mineralisch, teils salzig. Für den Alltag sind mittlere Werte am angenehmsten, zum Sport darf es mehr sein. Was der TDS-Wert dabei bedeutet, erklärt der Beitrag TDS-Wert verstehen.

Das Etikett und die Kohlensäure

„Classic", „Medium" und „Naturell" beschreiben nur den CO2-Gehalt: rund 7 bis 8 g/l, 4 bis 5 g/l und unter 1 g/l. Ob die Kohlensäure aus der Quelle oder zugesetzt ist, steht in kleiner Schrift. Gesundheitlich ist beides gleich. Mehr im Beitrag Ist Kohlensäure ungesund?

Häufige Fragen

Ist teures Mineralwasser besser?

Der Preis sagt nichts über die Zusammensetzung. Ein Discounterwasser für 19 Cent kann mehr Magnesium enthalten als eine Designerflasche für vier Euro.

Was heißt „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet"?

Natrium unter 20 mg/l, Nitrat unter 10 mg/l, Fluorid unter 0,7 mg/l, Sulfat unter 240 mg/l, Mangan und Uran unter Grenzwerten. Das Wasser darf dann unabgekocht verwendet werden, wenn die Flasche frisch geöffnet ist.