TDS-Messgeräte sind billig und beliebt, und ihre Zahl wird ständig falsch gelesen. Was ppm bedeutet, warum 300 nicht schmutzig und 10 nicht rein ist und wie du das Gerät sinnvoll nutzt.
Kurz gesagt
- TDS misst Leitfähigkeit und rechnet sie in gelöste Stoffe um, in ppm oder mg/l.
- Leitungswasser 150 bis 600, Mineralwasser 50 bis 2.000, Osmosewasser 5 bis 30.
- Der Wert unterscheidet nicht zwischen Calcium und Blei; er zeigt Menge, nicht Art.
- Sinnvoll für Filterkontrolle und Vergleiche, nicht für Gesundheitsurteile.
Was das Gerät misst
Ein TDS-Stift misst, wie gut Wasser Strom leitet. Gelöste Ionen wie Calcium, Magnesium, Natrium, Hydrogencarbonat, Chlorid und Sulfat leiten, reines Wasser praktisch nicht. Das Gerät multipliziert die Leitfähigkeit mit einem Faktor (meist 0,5 bis 0,7) und zeigt „Total Dissolved Solids" in ppm, also Milligramm pro Liter. Der Wert ist eine Näherung an die Gesamtmineralisation, kein Messwert für einzelne Stoffe.
Typische Werte
| Wasser | TDS in ppm |
|---|---|
| Destilliertes Wasser | 0 bis 5 |
| Osmosewasser | 5 bis 30 |
| Weiches Leitungswasser (Talsperre) | 50 bis 150 |
| Mittleres Leitungswasser | 150 bis 350 |
| Hartes Leitungswasser | 350 bis 700 |
| Leichtes Mineralwasser | 50 bis 300 |
| Kräftiges Mineralwasser | 1.000 bis 2.500 |
| Meerwasser | rund 35.000 |
Was der Wert nicht kann
Er unterscheidet nicht zwischen gesundem Calcium und giftigem Blei, weil beide leiten. Er sieht keine Bakterien, keine Pestizide, kein Mikroplastik und keine PFAS, weil diese nicht oder kaum leiten. Ein Wasser mit 400 ppm kann ein hervorragendes calciumreiches Mineralwasser sein, eines mit 20 ppm kann Keime enthalten. Verkäufer von Filtern zeigen gern, wie der Wert nach dem Filter „auf 10 sinkt". Das beweist, dass der Filter Mineralien entfernt, nicht, dass das Wasser vorher schlecht war.
Wofür der Wert gut ist
- Filterkontrolle: Reinwasser einer Osmoseanlage sollte unter 10 Prozent des Leitungswerts liegen. Steigt es, ist die Membran fällig, siehe Wartung.
- Vergleiche: Wie viel „schwerer" ist mein Mineralwasser als die Leitung?
- Kaffee und Tee: Baristas zielen auf 75 bis 150 ppm, Aquarianer stellen Wasser nach Fischart ein.
- Reisen: Ein extrem hoher Wert deutet auf Salz oder starke Belastung hin, ein normaler Wert sagt nichts über Keime.
Und welche Zahl ist gut?
Für Trinkwasser gibt es keinen „richtigen" TDS. Die Weltgesundheitsorganisation nennt unter 600 als geschmacklich gut, unter 1.000 als akzeptabel. Die Trinkwasserverordnung begrenzt die Leitfähigkeit auf 2.790 µS/cm, das entspricht rund 1.800 ppm. Alles darunter ist in Ordnung, wenn die einzelnen Stoffe stimmen. Und das misst nur ein Labor, siehe Wassertest zu Hause.
Zum Ausprobieren
Härte-Umrechner°dH, °fH, °e, mmol/l und ppm ineinander umrechnen, Härtebereich und Entkalkungsrhythmus ablesen.Osmose-RechnerAnlage, Filter, Abwasser gegen Flaschenwasser: Kosten pro Liter und Amortisation in Monaten.Häufige Fragen
Warum zeigt mein Gerät bei Mineralwasser aus der Flasche weniger als auf dem Etikett?
Das Etikett nennt den Trockenrückstand, das Gerät rechnet mit einem festen Faktor aus der Leitfähigkeit. Abweichungen von 20 bis 30 Prozent sind normal.
Ist ein niedriger TDS-Wert gesünder?
Nein. Niedrig heißt mineralarm. Gesund ist ein Wasser, dessen Einzelwerte unter den Grenzwerten liegen, egal ob es 20 oder 500 ppm hat.
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