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Ratgeber · Trinkmenge

Wie viel Wasser am Tag? Der ehrliche Richtwert

6 Minuten Lesezeit·

Zwei Liter sind eine Faustregel, kein Gesetz. Wie viel Wasser du wirklich brauchst, hängt von Gewicht, Wetter, Bewegung und Essen ab. Hier steht, wie du deinen Wert findest.

Kurz gesagt

  • Richtwert für Erwachsene: rund 1,5 Liter zu trinken, dazu etwa 1 Liter aus dem Essen.
  • Faustformel: 30 bis 35 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht, alles zusammengerechnet.
  • Hitze, Sport und Stillen erhöhen den Bedarf um einen halben bis einen Liter pro Stunde Belastung.
  • Zu viel geht auch: mehr als ein Liter pro Stunde über längere Zeit ist zu viel.

Woher die zwei Liter kommen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene rund 1,5 Liter Trinkflüssigkeit am Tag. Dazu kommt etwa ein Liter Wasser aus fester Nahrung, vor allem aus Obst, Gemüse, Suppen und Milchprodukten, und ein kleiner Rest, den der Körper selbst beim Stoffwechsel erzeugt. Zusammen sind das gut 2,5 Liter, die täglich durch dich hindurchfließen. Die berühmten „zwei Liter Wasser" sind also eine Vereinfachung, die für viele Menschen passt und für andere zu viel oder zu wenig ist.

Die Formel für deinen Wert

Praktischer ist eine Rechnung nach Körpergewicht: 30 bis 35 Milliliter pro Kilogramm. Ein Mensch mit 70 Kilogramm landet damit bei 2,1 bis 2,45 Litern Gesamtaufnahme. Zieh davon den Liter aus dem Essen ab, bleiben 1,1 bis 1,45 Liter zu trinken. Wer wenig Obst und Gemüse isst, trinkt entsprechend mehr. Der Wasserbedarf-Rechner macht diese Rechnung für dich, mit Wetter und Bewegung.

Was den Bedarf erhöht

  • Hitze: An heißen Tagen verlierst du über Haut und Atem deutlich mehr, oft einen halben bis einen Liter zusätzlich.
  • Sport: Pro Stunde Ausdauerbelastung gehen 0,5 bis 1 Liter Schweiß verloren, bei Hitze mehr.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Stillende brauchen rund 0,25 bis 0,7 Liter mehr am Tag.
  • Fieber, Durchfall, Erbrechen: Hier zählt jede Tasse. Bei Kindern und älteren Menschen früh gegensteuern.
  • Trockene Luft: Klimaanlage, Heizung und Flugzeug entziehen dem Körper Feuchtigkeit, ohne dass du es merkst.

Kann man zu viel trinken?

Ja. Die Nieren schaffen etwa 0,8 bis 1 Liter pro Stunde. Wer über Stunden deutlich mehr trinkt, ohne Salz zu verlieren, verdünnt sein Blut. Das ist selten, kommt aber bei Marathonläufern und bei Menschen vor, die aus Prinzip literweise trinken. Für den Alltag heißt das: Verteil deine Menge über den Tag, statt sie abends nachzuholen.

Woran du merkst, dass es passt

Der einfachste Test ist die Farbe des Urins: hellgelb ist gut, dunkelgelb heißt nachtrinken, wasserklar heißt, du kannst es ruhiger angehen lassen. Durst ist bei jungen, gesunden Menschen ein verlässliches Signal. Bei älteren Menschen lässt das Durstgefühl nach, deshalb hilft dort eine feste Routine mehr als das Warten auf Durst. Mehr dazu im Beitrag Dehydrierung erkennen.

Häufige Fragen

Zählen Kaffee und Tee zur Trinkmenge?

Ja. Koffein wirkt nur schwach harntreibend, bei Gewohnheitstrinkern praktisch gar nicht. Kaffee und Tee zählen voll zur Flüssigkeitsbilanz. Alkohol zählt nicht.

Muss ich morgens auf nüchternen Magen trinken?

Es schadet nicht und hilft vielen, in Schwung zu kommen, weil über Nacht etwa ein halber Liter verloren geht. Ein Wundermittel ist es nicht.

Was ist mit Sprudelwasser, zählt das genauso?

Ja, Kohlensäure ändert nichts an der Flüssigkeitsmenge. Wer davon schneller satt ist, trinkt manchmal insgesamt weniger, das ist der einzige Haken.