Italien hat sauberes Leitungswasser, das die Römer aus über 2.500 Brunnen, den Nasoni, trinken. Trotzdem ist Italien Europameister im Flaschenwasser, weil Wasser am Tisch traditionell aus der Flasche kommt.
Die kurze Antwort
Ja, fast überall, Ausnahmen sind ausgeschildert
Aquaviana rät
- „Acqua non potabile" heißt nicht trinkbar, das steht an technischen Zapfstellen und auf manchen Inseln.
- In Rom die Nasoni nutzen: Finger auf den Auslauf, dann spritzt das Wasser aus dem kleinen Loch oben.
- Im Restaurant nach „acqua del rubinetto" fragen, in Großstädten wird es zunehmend serviert.
Rom und die Nasoni
Rom versorgt sich seit der Antike aus Quellen der Umgebung, heute über Aquädukte, die Wasser aus den Apenninen bringen. Die gusseisernen Trinkbrunnen mit dem gebogenen „Nasen"-Auslauf laufen ständig, ihr Wasser ist kalt, hart (rund 25 bis 30 °dH) und ausgezeichnet. In Mailand, Florenz und Neapel gibt es ähnliche Brunnen, oft mit dem Hinweis „acqua potabile".
Warum trotzdem Flasche
Italiener trinken über 200 Liter Flaschenwasser pro Kopf im Jahr, Rekord in Europa. Es ist eine Frage der Tischkultur: Zum Essen gehört eine Flasche „naturale" oder „frizzante", so wie Brot. Dazu kommt Misstrauen aus Zeiten, in denen Leitungen im Süden unzuverlässig waren, und im Süden und auf den Inseln stimmt das teils noch: Sizilien, Sardinien und Teile Apuliens haben in trockenen Sommern Versorgungsprobleme und salzhaltiges Wasser.
Härte und Geschmack
Mittelitalien liegt auf Kalk, entsprechend hart ist das Wasser in Rom, Florenz und Umbrien. Norditalien mit Alpenwasser (Turin, Mailand teils) ist weicher. Wer den Kalkgeschmack nicht mag, greift zu einem der vielen leichten italienischen Mineralwässer.
Was du wissen solltest
In Städten und auf dem Festland ist Leitungswasser trinkbar, sofern nichts anderes ausgeschildert ist. Auf Inseln und in abgelegenen Ferienhäusern mit eigener Zisterne lieber fragen. Die Kennzeichnung „non potabile" ist verbindlich und meint es ernst.
Häufige Fragen
Ist das Wasser in Venedig trinkbar?
Ja, Venedig bekommt Grundwasser vom Festland über Leitungen. Die öffentlichen Brunnen in der Stadt führen Trinkwasser.
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